Geschichte

In der Kirchengemeinde Hemmingstedt leben rund 2400 Gemeindeglieder. Die Kirchengemeinde Hemmingstedt besteht aus den eigenständigen Kommunen Hemmingstedt und Lieth. Trotz der Ansiedlung der Raffinerie Heide auf den Gemeindegebieten ist in der Kirchengemeinde der ländliche Charakter stark ausgeprägt. Dieser Charakter spiegelt sich in einer großen Verbundenheit zur Kirchengemeinde wieder, die sich in den Amtshandlungen auswirkt. Die volkskirchliche Verbundenheit zeigt sich auch darin, dass besondere dörfliche Ereignisse wie z. B. das Bürgervogelschießen mit Gottesdiensten begleitet werden. Die Kirchengemeinde legt Wert auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den zwei Kommunen sowie mit den ansässigen Vereinen und Verbänden.

Die Kirche

Die Hemmingstedter Marien-Kirche ist eine alte schlichte Bauern-, Schutz- und Wehrkirche, die zum ersten Mal 1323 urkundlich erwähnt wurde. Lange vorher hat an ihrem Platz eine Holzkirche gestanden. Der Altaraufsatz von 1570 ist wie ein gotischer Flügelaltar gestaltet, auf seinen Bildern sind die Leidensgeschichte Jesu und die Kreuzigung dargestellt.


 

Die Kanzel

Die Kanzel, eine Renaissancearbeit, stammt aus dem Jahr 1560 und ist seit 1652 in der Marien-Kirche. Bis 1873 bildete ein Bronzekessel aus der Bronzezeit die Taufe, diese befindet sich im Deutschen Museum in Nürnberg. Sie wurde durch eine Kalksandsteintaufe ersetzt. Die jetzige Taufe wurde von dem Segeberger Künstler Otto Plath geschaffen, ebenso wie die Marienfigur, die in Vergegenwärtigung des Kirchennamens im Altarraum aufgestellt ist.

Der Glockenturm

Eine Besonderheit unserer Marien-Kirche ist, dass der Glockenturm separat vor der Kirche steht. Im Jahre 1958 ist der damalige Holzturm durch den jetzigen Turm unter Pastor Klaus Voß ersetzt worden. Neben den drei Bronzeglocken gibt es noch eine Gebetsglocke, die „Lutherglocke“. Der Legende nach soll Geld gesammelt worden sein, um einen Mörder für Martin Luther zu dingen. Wie bekannt unterblieb das Attentat, und die Summe wurde für die Anschaffung der Glocke verwendet.

Das alte Pastorat

Nach umfangreicher Überprüfung hatte sich  herausgestellt, dass das alte 1866 errichtete Pastorat ersetzt werden musste. Durch den beherzten Beistand der Kommunen Hemmingstedt und Lieth sowie des Kirchenkreises Süderdithmarschen konnte dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Durch diese Maßnahme hat das Anwesen der Kirchengemeinde mit ihren Gebäuden samt der Friedhofsanlage ein neues Gepräge erhalten.